Endodontie
Was ist Endodontie?
Der Begriff kommt aus dem Griechischen: endon heißt „innen“, odous „Zahn“. Es geht um das Innere des Zahns, konkret um das Wurzelkanalsystem. Ist das Zahnmark, die Pulpa, entzündet oder infiziert, entstehen häufig starke Schmerzen. Genau hier setzt die Endodontie an.
Krankheitsverlauf
Die fünf Stadien der Pulpitis
Mit zunehmender Tiefe dringen Bakterien in die Dentintubuli ein und organisieren sich dort in Biofilmen, die Immunabwehr und Spüllösungen widerstehen. Was als reversible Reizung beginnt, geht so in eine chronische, irreversible Pulpitis über, bis hin zur Nekrose.
Gesunde Pulpa
Vitales, gut durchblutetes Gewebe, keine Karies.
Initiale Karies
Karies erreicht das Dentin, die Pulpa reagiert noch nicht.
Reversible Pulpitis
Erste Entzündungsreaktion nahe der Pulpa, potenziell noch umkehrbar.
Irreversible Pulpitis
Die Entzündung erfasst die gesamte Pulpa dauerhaft.
Pulpanekrose
Das Gewebe stirbt ab, die Infektion erreicht die Wurzelspitze.
Behandlung
Was bei der Wurzelkanalbehandlung passiert
Das erkrankte Gewebe wird aus dem Zahninneren entfernt, das Kanalsystem gereinigt, desinfiziert und anschließend dicht versiegelt. Ziel ist der Erhalt des eigenen Zahns, statt ihn zu ziehen.
Häufiges Missverständnis
„Ist der Zahn dann tot?“
Nach der Behandlung verliert der Zahn seine Vitalität, er reagiert nicht mehr auf Kälte oder Hitze. „Tot“ ist er deshalb nicht. Über den parodontalen Faserapparat bleibt er im Kieferknochen verankert und wird weiter versorgt. Diese elastische Aufhängung unterscheidet ihn grundlegend vom Implantat, das starr im Knochen einwächst.
Der behandelte Zahn behält seine natürliche Funktion und kann über Jahrzehnte erhalten bleiben. Dieser Zahnerhalt ist zugleich die Grundlage unseres Behandlungsansatzes: Biologische Zahnmedizin.
Beschwerden oder Überweisung?
Behandlung durch Dr. Brenner in der Überweiserpraxis Dr. Seiler & Kollegen, Kirchheim u.T.

